Sonntag, 17. August 2008

Die Eerie Montains

Trampen

Letztes Wochenende waren wir endlich wieder Trampen, nachdem eine Erkältung uns davor von unseren Plänen abbrachte. Diesmal ging es in ein wenig bewandertes Gebiet südlich von Queenstown, die Eerie Mountains. Mit zwei Wagenladungen entschlossener Tramper brachen wir also auf.

Die letzten zehn Kilometer bestanden aus Schotter- und Waldpiste bei der die Reifenspuren links und rechts schon so tief waren, dass man ab und zu mit der Unterseite vom Auto die Steine in der Mitte schrammte. Kein schönes Geräusch... Unsere Begleiter mussten ihr Auto stehen lassen, da es ohne Allradantrieb nicht ratsam war, weiter zu fahren. Wir sind dann die Strecke, die auch mal mitten durch einen Fluß führte, zweimal gefahren. Straßen die durch Flüsse führen sind in Neuseeland häufig genug um einen eigenen Namen zu haben, "Ford". Wenn man in Deutschland mit dem Auto an einen Fluss kommt weiß man, dass etwas furchtbar schief gelaufen ist.

Während ich die Besatzung des zweiten Autos abholte, suchten die anderen schon mal nach der Hütte, konnten aber in der Dunkelheit außer einem Schafstall nichts finden.
Wir bauten schnell die Zelte auf und hatten ein kurzes Abendessen. Ständiger Schneeregen machte die Sache nicht gerade gemütlich und es war die bisher kälteste Nacht, die wir in Neuseeland draußen verbracht hatten.

Glücklicherweise schien am nächsten Tag kräftig die Sonne. Nach einem Frühstück das aus nichts als Porridge bestand, machten wir uns auf den Weg. Ziel war die etwa acht Stunden entfernte "Island Hut". Was unser Tripleader nicht berücksichtigt hatte war, dass der Weg dorthin nicht sonderlich gewartet wurde, so dass Wegmarkierungen mal gar nicht vorhanden, mal nicht eindeutig waren. Dazu kam, dass wir in unserer Gruppe ein recht langsames Mitglied hatten.

Nachdem wir an eine Stellen kamen, wo ein Sturm großflächig Bäume umgeknickt hatte und es auf dem normalen Track kein Weiterkommen gab, sahen wir ein, dass wir die Hütte wohl nicht vor Einbruch der Dunkelheit erreichen konnten und kehrten um. Diesmal waren wir allerdings fest entschlossen, die angeblich vorhandene Hütte am Start des Tracks zu finden...

Gut versteckt in einer Schneise im Wald fanden wir dann auch schließlich einen Wellblechverschlag, ausgekleidet mit Zeitungen. Um wenigstens ein paar gute Aussichten zu bekommen machten wir uns danach auf, einen nahen Hügel zu erklimmen. Es war zwar sehr anstrengend, aber man konnte der untergehenden Sonne hinterhereilen und hatte von oben einen netten Ausblick auf die Farbverläufe der Dämmerung.

Der Abend in der Hütte war dann sehr lustig. Unser Tripleader kochte einen aufwändigen Bohneneintopf mit neuseeländischen Süßkartoffeln (Yam genannt), Steffi und ich hatten eine Flasche Wein organisiert und wir hatten viel Spaß rund um den Holzofen in der Hütte.

Am nächsten Tag war es draußen in der Sonne wärmer als drinnen in der Hütte. Dort waren unsere Schuhe hart gefroren, so dass wir sie draußen zum Auftauen hinstellen mussten. Nach einem kurzen Frühstück shuttelte ich die Leute wieder zu ihrem Auto. Unser Tatendrang war noch nicht ganz erloschen, so dass wir auf dem Rückweg spontan zum "Grant's Knob" (was man auch wie Grand Snob aussprechen kann, was unserem Tripleader viel Freude bereitete...) fuhren. Dort vertilgten wir den Rest unseres Proviants (Indisches Naan-Brot mit Curry, Frucht-Toast mit Johannisbeer-Marmelade, Erdnussbutter, Schokolade...) und machten uns dann an, den Grant's Knob zu erklimmen, was durch dichten Wald und Schafswiesen führte. Oben hatten wir eine schöne Aussicht und eine kleine Schneeballschlacht, aber danach ging es schließlich zurück nach Dunedin.

Eerie Montains


Weinseminar

Wie bei jeder Uni gibt es auch hier unheimlich viele sonderliche Kurse, mit denen man seinen Horizont erweitern kann. Von Meditation über Knochenschnitzereien bis Tanzen. Aber wir haben uns einen ganz besonderen Kurs ausgesucht: "Discover Wine". Jeden Mittwoch kommen wir dabei zu Geoff, dem Besitzer der südlichsten Winzerei der Welt. In einer Gruppe von 12 Leuten haben wir sechs Flaschen Wein und bekommen etwas dazu beigebracht. Erst die Standard-Varianten wie Sauvignon Blanc, Pinot Gris oder Cabernet Sauvignon, dann italienische, französische und spanische Rotweine. Dann ein paar exotischere Weine wie Vienier oder Tarango. Beim letzten Treffen hatten wir sogar echten Champagner, der allerdings nach Dung und Scheune geschmeckt hat. Interessanter waren da schon Eiswein, und ein Semillon, der aus Trauben, die mit einem Edelschimmel befallen sind, gewonnen wird. Beim nächsten und letzten Termin fahren wir mit einem Bus von der Uni zum Weinkeller und haben dort ein großes Gelage...

Ansonsten haben wir jetzt unseren Rückflug gebucht. Am 9. Februar kommen wir ca. um 14 in Düsseldorf an. Weil wir vorher schon drei Monate durch Neuseeland gereist sind, legen wir keinen größeren Zwischenstopp ein sondern fliegen relativ direkt.

Schönen Gruß,

Clemens

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