Letzte Woche war wieder Midsemester Break und was liegt da näher, als Trampen zu gehen? Diesmal ging es mit acht anderen Leuten vom Trampingclub nach Fiordland. Zwei Wagenladungen machten sich Donnerstags in aller Frühe Richtung Te Anau, dem Tor zum Nationalpark, auf.
Dort vertrödelten wir nicht viel Zeit sondern begannen mit dem Anstieg zur auf etwa 1000 Höhenmetern gelegenen Luxmore Hut entlang des berühmten Kepler Tracks, der ein spektakulärer alpiner Rundtrip ist. Leider riet uns das Department of Conservation davon ab, den ganzen Rundtrip zu wagen. Die Südhänge des Mount Luxmore sind zu dieser Zeit nämlich recht Lawinenfreudig. So begnügten wir uns damit, in der ersten Hütte Quartier zu beziehen und einen Abstecher auf einen 1400 Meter hohen Gipfel in der Nähe zu wagen, durch tiefen Schnee und bei strahlendem Sonnenschein. Die Hütte selbst war purer Luxus im Vergleich zu anderen Hütten, weil der Kepler Track ein "Great Walk" ist, der auch von verwöhnten Touristen gut zu bewältigen ist. Im Sommer gibt es sogar Strom und Toiletten mit Wasserspülung. Tz, Weicheier :-)
Fiordland, Tag 1 (Google zickt komisch herum, darum gibt es kein Vorschau-Foto zum Album)
Am nächsten Tag ging es denselben Weg wieder hinunter zum Anfang des Tracks und mit dem Auto die malerische Milford Road hinein ins Herz von Fiordland. Am Carpark von "The Divide" angekommen fand sich auch gleich ein kleiner Kea ein, der neugierig zu unseren Autos hüpfte. In der Hoffnung, die Gummidichtungen der Fenster wohlbehalten wieder zu sehen (Keas haben eine Vorliebe für Gummi), machten wir uns entlang des Routburn Tracks auf. Nach einem weiteren Abstecher auf ein alpines Plateu, den Key Summit, ging es weiter zur Howden Hut, wo die nächste Nacht verbracht wurde.
Fiordland, Tag 2
Tags darauf war der Plan, von Howden Hut zur McKellar Hut weiter unten im Tal des Caples River zu wandern. Zunächst aber machten sich Steffi, ich und zwei weitere Tramper in aller frühe auf zurück zum Key Summit, um die Morgenröte in gebirgiger Umgebung zu erleben. Danach sollte es weiter von der Howden Hut zur McKellar Hut gehen.
Weil das aber nur etwa zwei Stunden dauern sollte, machten wir und noch drei andere tapfere Wanderer einen weiteren Abstecher. Durch dichten Busch und viele umgefallen Bäume ging es ziemlich steil den McKellar Saddle hinauf, der das Tal von Greenstone- und Caples-River verbindet. Oben angekommen wird man von wild gezackten, hohen Bergen umringt, was noch mal viele schöne Fotos einbringt. Dafür kamen wir dann aber auch ziemlich geschlaucht an der McKellar-Hut an, wo wir gierig unser Abendessen verschlangen. Nachts war der Himmel diesmal sehr klar, so dass ich ein paar Versuche machen konnte, den Sternenhimmel zu fotografieren. Außerdem habe ich beim Gang zum Klo ein garstiges Possum aufgeschreckt, das mich misstrauisch beäugte.
Fiordland, Tag 3.
Der letzte Tag war wenig spektakulär. Von der McKellar Hut ging es zurück durch das Tal zur Howden Hut und raus zum Parkplatz in etwas weniger als drei Stunden. Dort stellten wir fest, dass die Keas unser Auto verschont hatten, so dass wir wohlbehalten zurück nach Dunedin fahren konnten.
In der nahen Zukunft liegt erst mal kein Trampen an, da am 26. September Deadline für unsere Forschungsprojekte ist. Im Oktober wollten wir noch mal etwas tun bevor die Klausurphase anfängt. Vielleicht machen wir noch schnell den berühmten Milford Track, bevor Heerscharen von schlecht ausgerüsteten Touristen die Wege und Hütten verstopfen. In der Nebensaison gilt auch unser toller Hüttenpass. Dafür werden ein paar Brücken aus Angst vor dem bösen Winter abgebaut, aber das ist man hier schon gewohnt. Und nach den Klausuren fängt ja unsere große Reise erst so richtig an, da müssen wir auch mal langsam Genaueres planen...
Schönen Gruß!
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