Sonntag, 9. März 2008

Paradise

Hallo ihr alle!
Dieses Wochenende waren wir mit dem Tramping Club im Mt. Aspiring National Park (westlich von Queensland), genauer gesagt in Paradise.

Google maps:

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Doch vorher erzähle ich von unserer Woche vor dem Trip.

Dienstag abends war das Vortreffen, bei dem wir uns mit Hilfe von Fotos, Landkarten, Schwierigkeitsgraden und kurzen Beschreibungen unsere Wanderstrecke aussuchen konnten. Da die Tramper hier ziemlich hart, fit und weiß Gott nicht puschelig sind, haben wir uns für den mittleren von 3 Schwierigkeitsgraden entscheiden:
Eine ca. 25km lange Wanderung entlang dem berühmten Routeburn Track hoch zum Conicall Hill.
Außerdem gab es noch ein paar wichtige Tipps zum Trampen allgemein:
Bloß nichts aus Baumwolle mitnehmen („cotton gets wet and stays wet!“), und der Geheimtipp ist lange Unterwäsche aus Polypropylen, weil es schnell trocknet und warm bleibt, auch wenn es nass ist und noch unter der kurzen Hose getragen werden kann.

Mittwoch hat der Tramping Club in einem Wandergeschäft hier 20% auf alles bekommen und da überhaupt Wandersachen hier nur halb so teuer sind wie in Deutschland, hat Clemens sich eine Regenjacke und eine Thermarestmatraze, ich mir eine Regenhose und wir beide uns Polypropylene
Ober- und Unterteile sowie Kopftaschenlampen gekauft.

Die Uniwoche war ziemlich stressig. Das Laserpraktikum hat angefangen und ist zwar locker („man sollte eine halbe Stunde vorher mal in die Anleitung gucken“), aber dafür ist es auch ätzend: kindische Versuche und die Kiwis (so nennen sich Neuseeländer selber) haben keine Ahnung worum es geht, weil sie die Anleitung natürlich trotzdem nicht gelesen haben, fummeln aber alle gleichzeitig unkontrolliert an allem rum und sorgen für furchtbare systematische Fehler. Da fehlt einem echt die gewohnte deutsche Strenge. Naja, zum Glück ist das nur alle 2 Wochen...
Übungsblätter haben wir mittlerweile auch, aber hier hat man 2 Wochen Zeit, so dass sie unserer ausgiebigen Freizeitplanung nicht allzu sehr im Wege stehen.
Unsere Research Projects laufen immer so am Rande, nehmen aber insgesamt die meiste Zeit in Anspruch. Da der Wassertank, in dem ich später Eis wachsen werde, noch repariert werden muss, habe ich noch nicht angefangen zu experimentieren, sondern befasse mich noch mit Büchern und alten Papern. Clemens hat jetzt den Programmcode zum Simulieren von einem Bose-Einstein-Kondensat in einem optischen Gitter bekommen und macht sich damit vertraut.

Nun endlich zum Besten und Interessantesten, dem Wochenende:
Freitag um 17:30 ging unser Bus los und nach einem kurzen Zwischenstopp in Alexandra sind wir gegen Mitternacht bei völliger Dunkelheit und starkem Regen auf dem Campingplatz angekommen. Mit einer Kopftaschenlampe bewaffnet haben wir erstmal ohne wirklich zu sehen wo wir sind unsere Zelte aufgebaut, uns gewundert woher dieses Rauschen kommt, irgendwo in der Dunkelheit ein Plumpsklo gefunden und uns dann erst mal im Zelt verkrochen und geschlafen.

Am nächsten morgen wurden wir um 7 Uhr geweckt und konnten erstmal bewundern, wo wir überhaupt gelandet sind:
Vor uns ein kristallklarer Fluss (ah, das war das Rauschen), hinter uns ein bewaldeter Hügel, hinter dem Fluss Wald und überall hohe, beeindruckende Berge. Nach einer Katzenwäsche im Fluss haben wir Müsli zum Frühstück bekommen und wurden dann mit unserer 10er Gruppe (7 Kiwis und 3 Deutsche) zum Startpunkt des Routeburn Tracks gebracht. Der Routeburn Track ist einer von Neuseelands Great Walks, gut beschildert, alle paar Stunden gibt es saubere Toiletten und man geht durch ein wunderschönes Naturspektakel (12,5km hin, 12,5km zurück, Start in 430m Höhe, Ziel in ca. 1370m Höhe). An dieser Stelle schaut ihr euch am Besten die Fotos an:
Campingplatz

Routburn Track


Am Abend gegen 18 Uhr waren wir dann wieder am Campingplatz und haben nach einem Sprung in den kalten Fluss angefangen zu kochen. Recht aufwändig sogar, da alle Teams gegeneinander angetreten sind und auf das beste Team Preise gewartet haben.
Wir hatten erst eine Tofu-Suppe, dann Sushi, dann eine japanische Nudelpfanne und am Ende frittiertes Gemüse gekocht (d.h. Gemüse in eine Buttersauce und dann in kochendes Öl geschmissen).

Kochen


Am Abend haben wir dann noch den Sternenhimmel mit der gut sichtbaren Milchstraße bewundert und sind dann schlafen gegangen.

Das Frühstück am nächsten Morgen bestand aus Rührei, Speck für Leute, die es essen, Müsli und Joghurt. Nachdem wir unser Zelt abgebaut haben, sind wir durch einen schönen Waldweg zum 30 min. entfernten Lake Sylvan gelaufen und waren mit den anderen schwimmen. Anschließend mussten wir auch bald zurück, denn um 14 Uhr kam schon der Bus, der uns nach Dunedin zurückgebracht hat.

Sonntag

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