die Midsemester Break, eine einwöchige Vorlesungspause, einen abenteuerlichen Trip ausgeguckt: Den "Five Passes Trip".
In fünf oder sechs Tagen klettert man über 5 verschiedene Gebirgspässe im Mt. Aspiring National Park und bewegt sich mal
auf rudimentär markierten Trampelpfaden oder einfach querfeldein durch Flussbette, Grasfelder und Geröllhaufen.
Tag 1
Der Wetterbericht für die kommende Woche sah rosig genug aus, und auch wenn es in Dunedin frisch geschneit hatte (siehe Fotos) waren wir fröhlich und zur Abfahrt bereit.
Doch nachdem unser Tripleader George Tage damit zugebracht hat, Essen zu dehydrieren und haltbar zu machen, hatte er vergessen, seinen eigenen Kram zu packen und kam mit einer guten Stunde Verspätung zum Treffpunkt.
Nach einer Fahrt durch das herbstlich schöne Central Otago und einer Einkaufspause in Queenstown kamen wir schließlich
am späten Nachmittag auf dem Campingplatz in Paradise an. Jamie, der sich unserem Trip spontan angeschlossen hatte weil
er für seinen eigenen Trip nicht genug Leute zusammen hatte, kam mit seinem Motorrad nach und brachte noch für jeden
eine Eisaxt mit.
Vor unserer Woche fernab der Zivilisation hatten wir noch ein üppiges Abendessen mit Pasta und Wein, bevor wir uns
schließlich in unseren warmen Schlafsäcken verkrochen.
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| Five Passes 1 |
Tag 2
Der erste Wandertag begann mit Frost auf Gras und Zelt und dem Aufteilen des Proviantes auf die Rucksäcke, deren Gewicht damit auf gefühlte 20 Kilo anstieg. Vom Campingplatz ging es auf einer guten Straße zum Ausgangspunkt des Tracks. Unser
erstes Ziel war der Sugarloaf Pass. Nach einer kurzen ebenen Strecke durch dichten Birkenwald ging unser Track recht schnell steil nach oben über Wurzeln und Steine, und das viele Essen im Rucksack machte es uns nicht gerade leicht. Wir waren wirklich froh um die beiden Wanderstöcke, die wir uns vor dem Trip noch besorgt hatten. Mit der zusätzlichen Kraft in den Armen hatten wir dann relativ schnell den Wald und den Busch hinter uns und einen ungestörten Ausblick auf die umliegenden Täler und Berge.
Die Ankunft auf dem Sattel wurde mit einem ausgiebigem Lunch gefeiert. Extra für unseren Trip hatte George ein
reichhaltiges Müsli-Brot mit Honig, Nüssen und Sonnenblumenkernen gebacken, das wertvolle Energie für die Weiterreise bereit hielt.
Von hier ab ging es wieder nach unten über Stock und Stein, und manchmal war nicht ganz klar, was der richtige Track und
was ein Wildpfad war, doch nach einer scheinbar endlosen Odyssee durch dichten Wald kamen wir auf die in der Streckenbeschreibung angekündigten Ebene, wo wir einen Hirsch aufscheuchten und uns schließlich unter einem großen, überhängenden Felsen einnisteten.
Am Lagerfeuer gewärmt, mussten wir so auch keine Zelte aufbauen und konnten uns über ein wohlverdientes Abendessen hermachen. Schließlich rollten wir uns gut verpackt unter den Felsen, der uns auch vor dem immer stärker werdenden Wind schützte.
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| Five Passes 2 |
Tag 3
Schon in der Nacht zogen von Norden her jede Menge Wolken heran. Es wurde uns gerade noch erlaubt, im Trockenen zu frühstücken und zusammen zu packen, aber dann gab es kein Erbarmen mehr. Während unseres Marsches steigerte sich der Regen von einem anfänglichen Nieseln auf der Ebene zu einem ungemütlichen Tropfen beim Anstieg zum Park Pass bis hin zu beißendem Grieß am höchsten Punkt. Zwischendurch machte uns der ein oder andere Regenbogen Hoffnung auf Besserung, aber
die Wolken beharrten darauf, ihr Wasser loszuwerden.
Leider wurde uns so die schöne Aussicht vermiest und Fotos konnten auch nicht viele gemacht werden. Von Park Pass aus hätte man ansonsten einen seitlich an einer Felswand hängenden Gletscher bewundern können, dessen Umrisse wir durch die Nebelwolken erahnen konnten. Interessant war auch, dass der Fluss, den wir entlang liefen, durch vom Gletscher fein gemahlene Steine ganz milchig war.
Aber so hetzten wir uns triefend und schniefend über sumpfige Ebenen durch einen glitschigen Wald bis wir, eher durch Zufall, auf eine kleine Lichtung zwischen zwei Bächen stießen. Ohnehin müde und etwas genervt beschlossen wir, hier unser Lager aufzuschlagen. Zwischen den Bäumen wurde schnell ein Fly (die rote Plane, die man auf dem Foto sieht) gespannt, um die Zelte im Trockenen aufbauen zu können. Danach konnte man die völlig durchnässten (aber immernoch einigermaßen wärmenden) Sachen wechseln und einigermaßen komfortabel ein wärmendes Mahl genießen.
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| Five Passes 3 |
Tag 4
Als wäre der gestrige Tag nie geschehen, wachten wir in bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein auf. Das Zelt war nicht einmal gefroren und voller Tatendrang machten wir uns auf den Weg, der uns diesmal zunächst durch Wald über einen Geröllhang auf ein Geröllfeld führte. In der Sonne angekommen wurden die nassen Sachen von gestern angezogen, um sie an der Luft trocknen zu lassen.
Nach kurzer Zeit kamen wir auf einer Hochebene an, die sehr spektakulär und weitläufig war, wie man an den Fotos sieht. Wasserfälle, kristallklare Bäche und schneebedeckte Hänge lieferten jede Menge Postkartenmotive.
Der heute zu überquerende Pass hatte den Namen Fiery Col, und das feurige an diesem Pass ist nicht nur die Farbe des Gesteins, sondern auch die zu bewältigende Steigung. Mit viel Schokolade und Nüssen gestärkt wagten wir den Aufstieg, erst über Gras, dann Stein, dann Geröll und schließlich Schnee. Belohnt wurden wir durch eine sagenhafte Aussicht auf die weiten Täler.
Das Lager für die Nacht wurde in einem kleinen Tal aufgeschlagen. Da wir noch weit oberhalb der Baumgrenze waren, konnten wir leider kein Feuer machen. Dunkel und kalt wie es war, legten wir uns früh schlafen.
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| Five Passes 4 |
Tag 5
Dieser Tag sollte der anstrengenste, abwechslungsreichste und spektakulärste von allen werden. Nachdem wir wieder das Eis vom Zelt geklopft und uns mit Porridge gestärkt hatten, ging es direkt steile Grashänge hinauf. Zwischendurch konnten wir uns immer wieder an den sprudelnden Bächen stärken, die hier überall entlangfließen. Soweit weg von der Zivilisation muss man das Wasser auch nicht mehr behandeln. Ohne markierten Weg mussten wir schauen, wie wir am besten die steilen Hänge hinaufkamen, die sich uns entgegenstellten, doch da das Wetter fein und die Sicht gut waren, stellte das kein all zu großes Problem dar.
Nach einigen Stunden anstrengenden Kraxelns kamen wir schließlich auf Fohn's Saddle an, der den wunderschönen Fohn Lake beherbergt. Vom vielen Klettern noch aufgeheizt kühlten wir uns darin ab und nahmen später ein ausgedehntes Lunch zu uns.
Vom Gebirgssattel aus konnte man bis weit über die umliegenden Berge hinweg schauen und zusehen, wie sich ein Seitental immer mehr mit Nebel füllte, der aber zum Glück nicht zu uns hinüber geschwappt kam.
Der Abstieg war das gefährlichste Stück unseres gesamten Trips, da es einen steilen, mit rutschigem Snow Grass bewachsenen Hang ohne markierten Weg hinunter ging. Mit der Situation angepasstem Tempo kämpften wir uns Meter für Meter hinunter, darauf bedacht, nicht auszurutschen. Einmal im Tal (dem "Beans Burn") angekommen, ging es durch schwammiges Grasgelände weiter hinab bis zu einem riesigen Felsbrocken, der etliche Höhlen beherbergte. Hätten unsere Vorgänger dort etwas sauberer gehaust, hätte man problemlos darin schlafen können, aber so mussten wir dann doch unser Zelt aufbauen.
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| Five Passes 5 |
Tag 6
Über die dicken Felsbrocken im Beans Burn hüpfend ging es weiter talabwärts, wobei wir immer wieder die schönen Blau- und Türkistöne des Flusses bewunderten.
Als wir schon gegen drei Uhr unser eigentliches Etappenziel, eine grasige Ebene, erreichten, verwarfen wir recht schnell den Plan, dort zu zelten. Während unseres kurzen Aufenthaltes dort wurden wir von mehr Sandflies umschwärmt und gebissen, als wir auf unserem gesamten bisherigen Trip je angetroffen hatten.
Nach einem zügigen Marsch von einer weiteren Stunde kamen wir zum Zusammenfluss von Beans Burn und Dart River, wo wir einen guten Zeltplatz mit viel trockenem Holz für ein schönes Lagerfeuer fanden. Bei dieser Gelegenheit lernten wir auch einen weiteren lustigen Vogel kennen, den Robin. Er folgt Trampern, weil er weiß, dass sie mit ihren Schuhen und ihrem Zelt den Boden auflockern und Käfer oder andere Insekten aufscheuchen, die er dann genüsslich verspeist.
Da dies unser letzter Abend werden sollte, konnten wir allen restlichen Proviant für unser Abendessen verbraten, so dass es ein riesiges Pilz-Gemüse-Lachs-Cashew-Risotto mit Streukäse gab. Lecker.
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| Five Passes 6 |
Tag 7
Der letzte Tag begann mit Unmengen an Porridge und einem River Crossing, dem noch viele River Crossings folgen sollten. Wir liefen einfach direkt den recht ausgetrockneten Dart River entlang, scheuchten ein paar Enten auf und genossen die Sonne. Schließlich kamen wir wieder auf einen markierten Weg, der uns durch einen schier endlosen Wald zum Lake Sylvan führte.
Von dort war es nur noch eine halbe Stunde bis zum Campingplatz in Paradise, wo wir nach einem Bad im Fluss zur Rückfahrt antraten. Zur Mittagspause machten wir in Queenstown halt, wo wir erst bei Fergburger den besten Burger unseres Lebens aßen und uns ein nicht weniger beeindruckendes Eis gönnten, ging es die Landstraße zurück nach Dunedin, wo wir noch schnell unser Zelt und die Schlafsäcke zum Trocknen aufhingen und nach einer warmen Dusche müde ins Bett fielen.
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| Five Passes 7 |







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