Montag, 7. April 2008

Wieder in Fjordland

Dieses Wochenende waren wir mit 6 anderen (2 nach NZ ausgewanderte Briten, 2 Amerikaner und 2 Kiwis) wieder in Fjordland trampen.


Freitag abends um 18 Uhr sind wir mit privaten PKWs losgefahren und nach einem Stopp für Fish&Chips, vielen holprigen, steinigen Straßen und nachdem wir ein Possum überfahren haben gegen 12 an unserem Startpunkt angekommen.

Possums (siehe Bild) wurden von den europäischen Einwanderern eingeschleppt und werden von den Neuseeländern gehasst, weil sie die heimischen Vögel töten und hier nicht hingehören. Die Regierung bezahlt daher Leute, die in der Natur Fallen und Gift aufstellen und es ist normal, dass Kiwis versuchen diese Tiere entweder zu überfahren oder mit einer Steinschleuder oder wenn vorhanden einer Schusswaffe zu erschießen. Arme hässliche Viecher.


Am Abend haben wir nur schnell die Zelte aufgebaut und uns schlafen gelegt. Glücklicherweise haben Clemens und ich am Tag zuvor neue, wesentlich wärmere Schlafsäcke geholt, was auch bitter nötig war – am nächsten Morgen waren Pfützen gefroren und wir hatten Eis an den
Zelten. Mit den Schlafsäcken haben wir den Frost aber gut überstanden und tief und fest geschlafen.

Am nächsten morgen haben wir recht spärlich gefrühstückt (Haferbrei) und nachdem sich jeder trampingfein gemacht hat ging es los. Nun ging es steil durch den Busch nach oben und da wir schon in einer Höhe von 960 m gestartet sind, waren wir auch schnell über der Baumlinie. Wir
kamen über eine Wiesenlandschaft mit vielen kleinen Seen und als die Wiese immer steiler wurde, mussten wir zum Teil auf allen vieren ans Gras geklammert aufwärts krabbeln.

Irgendwann wurde das Gras von dicken Felsen abgelöst und über diese sind wir dann zur Spitze von einem 1600m hohen Berg (Mt. Burns) gekrakselt. Von dort konnte man unheimlich weit sehen, bis nach Steward Island.
Auf der Spitze gab es dann erst mal Lunch, was wieder recht dürftig war (Knäckebrot mit Käse und Brotaufstrichen), aber die Kiwitramper machen das immer so, denn es sei besser sich nicht so vollzuessen solange man noch unterwegs ist... na gut.

Durch ein Geröllfeld ging es dann wieder runter und wieder hoch auf den gegenüberliegenden Hügel. Hier haben wir uns aufgeteilt, damit eine Gruppe schneller die Hütte erreicht um sie freizuhalten. Clemens und ich waren in der schnelleren Gruppe, sind aber in einer unheimlich huckeligen Graslandschaft zurückgefallen, weil man immer wieder in tiefe Löcher trat und
fast in kleine, von Gras bedeckte Bächlein gefallen ist.

Als uns das zu bunt wurde sind wir einfach durch den größten Bach gewatet, da er so ungefähr Richtung Hütte zu führen schien. Das ist sowieso der "Kiwi-way".

Die Hütte war richtig super: Direkt an einem großen See (Green Lake), alles sehr sauber, es gab ein Plumpsklo, einen Wasserhahn mit gesammeltem Regenwasser, einen Kamin, Matratzen, Tisch und Stühle... echt luxuriös, wenn man die Nacht davor im engen Zelt verbracht hat.
An der Hütte angekommen sind wir erst mal in den See gehüpft und haben angefangen unser Abendessen zu kochen. War sogar vegetarisch: Nudeln mit viel frischem Gemüse. Anschließend ging es edel weiter mit Bieren aus aller Welt, Wein, Whiskey und dazu Weintrauben, Cracker und Käse, wobei wir Mafia gespielt und lustige Trampinggeschichten erzählt bekommen haben.

Am Sonntag morgen sind wir mit Haferbrei gestärkt wieder aufgebrochen und durch Wald und Busch und sumpfige Graslandschaft gewandert, hatten an einem kleinen See wieder unser Knäckebrot-Mittagessen und sind dann auf und ab durch Wälder und sumpfige Graslandschaften wieder zu den Autos gelaufen.

Fjordland - Green Lake


Ein sehr schönes Wochenende wieder.
Liebe Grüße an alle,
Steffi

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Ein Possum würde ich durchaus adoptieren, wenn ihr mir eins mitbringt... Bis dahin stimme ich für mehr Kostproben Clemens elbengleicher Fortbewegungsarten und weitere originelle Gruppenphotos in epischer Landschaft! ;)
Grüße aus dem sonnig-kalten Aachen!